Der Informationsaustausch treibt auch Schweizer zur Selbstanzeige

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Wie das SRF berichtet, ist die Zahl der Selbstanzeigen von Schweizer Steuersündern stark gestiegen. Grund dafür sei der nun bevorstehende Automatische Informationsaustausch (AIA) mit der EU. Dank AIA werden in Zukunft Bankdaten aus dem Ausland automatisch bei den Schweizer Steuerbehörden landen.

Dieser AIA scheint die Steuersünder zunehmend zu beunruhigen. Denn erreichen die Informationen über undeklarierte Gelder aus dem Ausland erst die Schweizer Steuerbehörden, droht eine Busse, sagt Marina Züger, Chefin des Kantonalen Steueramtes in Zürich: «Wir können nicht mehr von einer straflosen Selbstanzeige sprechen, wenn wir bereits Kenntnis haben von diesen Zahlen. Und sobald eben dieses Angaben überliefert werden, ist eine Selbstanzeige nicht mehr möglich.»

Tausende Selbstanzeigen in Zürich

Darum scheinen viele Steuerhinterzieher in letzter Minute von der Amnestie profitieren zu wollen: 2100 Personen haben sich im letzten Jahr in Zürich selbst angezeigt – 600 Fälle mehr als noch im Jahr davor.

Auch im Kanton Luzern gab es einen massiven Anstieg dieser Selbstbezichtigungen, die Einnahmen aus dem neu deklarierten Geld haben sich verdoppelt. Diese zusätzlichen Einnahmen fallen ins Gewicht, so Marina Züger: «Seit 2010 hatten wir an sich jedes Jahr für den Kanton und die Gemeinden Einnahmen zwischen 40 und 70 Millionen Franken. Gemessen am gesamten Steuerertrag ist das immer noch ein kleiner Anteil. Aber in absoluten Zahlen ist das durchaus spürbar.»

Offenbar ist es aber nicht der Automatische Informationsaustausch, der die Schweizer zur Selbstanzeige moitiviert. In Zürich betrafen auch in 2016 die meisten Selbstanzeigen nicht verstecktes Geld im Ausland – sondern undeklariertes Geld im Inland.