Der nahende Informationsaustausch von Kontodaten treibt auch die Schweizer zur Selbstanzeige.

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Seit 2010 besteht in der Schweiz die Möglichkeit zur «straflosen Selbstanzeige». Einmal im Leben kann jeder Bürger Schwarzgeld melden – und ohne Busse davonkommen. Nur die hinterzogenen Steuern und Verzugszinsen für die abgelaufenen zehn Jahre müssen bezahlt werden.

Nun rückt der automatische Informationsaustausch in Steuersachen näher: Mit den EU-Staaten wird die Schweiz ab 2018 Kontendaten austauschen – und zwar in beide Richtungen. Dies treibt offenbar viele Schweizer um, ihr Auslandsvermögen zu deklarieren.

Die Selbstanzeigen bescherten den Kantonen Steuereinnahmen in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe. Laut dem Bundesrat sind bis im vergangenen Frühjahr 22’000 Selbstanzeigen eingegangen und Vermögen von 24,7 Mrd. Fr. offengelegt worden.

Nach Auskunft der kantonalen Verwaltungen haben die Selbstanzeigen in letzter Zeit zugenommen, mehrere Kantone melden für 2016 gar eine Rekordzahl. Gemäss vorläufigen Zahlen war das in Zürich, Basel-Stadt, Luzern und Thurgau der Fall. Noch haben nicht alle Steuerämter die Auswertungen für 2016 abgeschlossen. Doch schon jetzt zeigt sich, dass sich grosse Fälle häuften. So zahlte im Kanton Luzern eine einzelne Person 4,5 Mio. Fr. Nachsteuern. Das legt nahe, dass hier ein Vermögen in hoher zweistelliger Millionenhöhe offengelegt wurde, welches fortan versteuert werden muss.